Unser Garten im April 2020

Rasen richtig düngen.
Rasenflächen, bei denen das Schnittgut entfernt wird, benötigen die regelmäßige Zufuhr von Nährstoffen, um diesen Verlust auszugleichen. Unterversorgte Rasenflächen bekommen Lücken und unerwünschte Unkräuter, vor allem Moos, können sich breit machen. Der Fachhandel bietet Spezialdünger für Gräser an, der im Frühjahr und nochmals im Sommer ausgestreut wird. Diese mineralischen Dünger enthalten Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K) in einem Verhältnis von etwa 20:5:8, während gewöhnlicher Volldünger („Blaukorn“) meist ein ausgeglichenes Verhältnis von N und K hat. Besonders zu empfehlen sind Langzeitdünger, die nur im Frühjahr gestreut werden. Fein gesiebter Kompost tut es aber auch. Fehlt eigener Kompost, kann man alternativ preiswerten, losen Kompost ausstreuen, den kommunale Grüngut-Entsorger anbieten. Dieses Material wird 50 bis 60 Tage heiß verrottet und enthält keine keimfähigen Unkrautsamen oder Krankheitserreger mehr. Wird er dünn ausgestreut und gut verteilt, sorgen Regenwürmer dafür, dass dieser Humus- und Nährstoffvorrat gut in den Boden eingearbeitet wird. Ganz nebenbei wird der Boden hierbei noch zusätzlich gelockert: eine Rasenbelüftung ganz automatisch und ohne Spezialgerät.

Gurken, Zucchini und Kürbisse vorziehen
Ab Mitte April ist die richtige Zeit, Gurken und Kürbisse vorzuziehen, um sie dann im Mai ins Freiland zu pflanzen. Die Kerne sollten möglichst einzeln in kleinen Töpfen oder auch Joghurtbechern (wichtig: den Boden durchbohren) ausgesät werden und auf der warmen Fensterbank über der Heizung platziert werden. Diese Tropengemüse brauchen nämlich eine möglichst hohe Keimtemperatur von etwa 20 Grad Celsius. Im Freiland sollten Gurken und Kürbisse daher nie vor den Eisheiligen ausgesät werden.
Wenn Sie jedoch Ihre vorgezogenen Pflanzen mit der normalen Aussaat mischen, können Sie trotzdem besonders früh und lange ernten. Alle Vertreter aus der Kürbisfamilie brauchen übrigens reichhaltige Düngung und viel Wasser.
Wer Probleme mit Schnecken hat, sollte jetzt beginnen, das Gemüse vorzuziehen. Vorgezogene Bohnen und Petersilie sind dem Schneckenfraß z. B. viel besser gewachsen, als solche, die vor Ort ausgesät wurden.
Salat und Radieschen keimen und wachsen gut bei niedrigen Temperaturen; eignen sich also für zeitige Aussaaten. Auch vorgezogener Kohlrabi kann schon ins Freie.

Vermehrung von Stauden
Die meisten Stauden vertragen es gut, im Frühjahr geteilt zu werden. Eigentlich sagt man, dass die Frühlingsblüher im Herbst geteilt werden sollten, und die Herbstblüher im Frühjahr. Aber mit etwas ‚Fingerspitzengefühl’ sind auch Ausnahmen von dieser Regel möglich. Am besten teilt man die Stauden bei bewölktem Himmel. In voller Sonne würden die Wurzeln schnell austrocknen und sich nur schwer erholen. Kann man sie nicht sofort wieder einpflanzen, werden sie in feuchtem Zeitungspapier eingeschlagen schattig gelagert. Manche Stauden haben ein feines Wurzelnetz und können nach dem Ausgraben mit den Fingern zerteilt werden. Andere haben dicke und zähe Wurzeln, diese müssen mit einem Messer, teilweise auch mit dem Spaten zerteilt werden.

Dahlienknollen
An einem schönen, warmen Apriltag können Sie die überwinterten Knollen in einen nährstoffreichen Boden legen. Doch Vorsicht: Die jungen Triebe sind begehrtes Futter für Schnecken! Ein Vorziehen der Pflanzen in Eimern gibt ihnen genügend Vorsprung vor der kriechenden Plage.
Sonnenblumen sind auch an trüben Tagen Lichtblicke im Garten. Damit Sie Ende April/Anfang Mai kräftige Jungpflanzen in die Blumenbeete setzen können, sollten Sie bald Samen in Töpfe aussäen und am Fensterbrett vorziehen. Das gilt übrigens für viele Sommerblumen.

Tulpen
Die ersten frühen Tulpen sind jetzt verblüht. Es ist wichtig, die Blütenstände zu entfernen. Dabei muss das Laub aber geschont werden, denn die Zwiebeln können sich nur mit Hilfe der Blätter erholen, Nährstoffe für die lange Ruhezeit speichern und die Knospenanlage für das nächste Jahr bilden. Auch wenn wir Blüten für die Vase schneiden, müssen wir darauf achten, dass einige Blätter zurückbleiben, denn sonst fügen wir den Zwiebeln nämlich unnötiger Weise beträchtlichen Schaden zu.

Bei Pfirsichbäumen ist noch ein Erziehungs- und Auslichtungsschnitt möglich. Kurz vor oder während der Blüte sind die Fruchttriebe besser erkennbar.
Beerensträucher lassen sich im April gut vermehren. Dazu biegt man einzelne Triebe am Strauch herunter, bedeckt sie mit Erde und nimmt sie nach erfolgter Bewurzelung ab, um sie am neuen Standort auszupflanzen.
Auch für eine Neuanpflanzung ist jetzt noch Zeit. Ebenso bei Rosen, Kiwis oder Wein.
Ohrwürmer sind Nützlinge , die Blattläuse auf Ihren Obstbäumen verzehren. Um den nachtaktiven Blattlausfressern Unterschlupf zu bieten, hängen Sie mit Holzwolle gefüllte Blumentöpfe umgekehrt in die Bäume. Doch Achtung: Die Töpfe müssen direkten Stammkontakt haben, sonst werden sie nicht angenommen.
W.-D. K.

Unser Garten im März 2020

Nistkästen: Wer bisher noch keine Nistkästen aufgehängt hat, und dieses noch tun möchte, sollte sie jetzt, deutlich vor dem Brutbeginn, raushängen. Am verbreitetsten sind die Nistkästen für Meisen, doch gibt es auch eine Reihe andere Nistkasten-Modelle, die im Garten sinnvoll eingesetzt werden können (z. B. Halbhöhlen für die Rotschwänze oder Fledermauskästen). Beachten Sie bitte, dass die Kästen fest angebracht sind, damit sie im Wind nicht schaukeln. Man kann sie ein wenig nach vorne neigen um zu verhindern, dass Regen hineinläuft. Die Öffnung sollte nach Osten oder Südosten zeigen. In einem Garten von unter 500 m² sollte nur ein Meisenkasten hängen, um unnötige Konkurrenz zu verhindern. Alle Nistkästen, die noch hängen, sollten Sie spätestens jetzt säubern, weil sich in der Neststreu Milben aufhalten, manchmal liegt auch ein toter Vogel im Kasten, sollte man bei der Reinigung Kunststoff-Handschuhe tragen, um das Überkriechen von Parasiten und den Kontakt mit verendeten Tieren zu vermeiden.

Kurz vor dem Austrieb ist noch ein guter Zeitpunkt, sommerblühende Sträucher wie Sommerflieder, Schneeballhortensie und Fünffingerstrauch zu schneiden. Frühjahrsblüher wie die Forsythie werden dagegen erst nach der Blüte geschnitten, sonst schneiden Sie ihnen die bereits angelegten Blütenknospen weg und wundern sich, warum die Sträucher dieses Jahr nur spärlich blühen!

Gehölzpflege: Achten Sie bei vor längerer Zeit gepflanzten Gehölzen auf die Anbindestellen. Vergessene Stricke und Knoten würgen dem Baum oft den Lebensnerv ab! Zu enge Stricke werden gelockert und wenn nötig neu gebunden. Ideal ist Kokosstrick oder spezielle Bindegurte.

Bei normalem Witterungsverlauf können jetzt die Rosen abgehäufelt und geschnitten werden. Für diese Arbeiten sind trübe, regnerische Tage am besten geeignet, damit die weichen Triebe der Rosen nicht gleich der vollen Sonnenbestrahlung ausgesetzt werden. Dadurch werden sie nämlich sehr leicht geschädigt. Nachdem der Erdmantel entfernt wurde, wird möglichst gleich der Schnitt vorgenommen. Man kürzt die kräftigsten Triebe auf drei bis vier (ca. 10-20 cm) Augen ein. Das letzte Auge sollte nach außen stehen, damit der Strauch eine hübsche, buschige Form bekommt. Sehr schwache Triebe werden völlig entfernt.

Für die Pflanzung von Rosen ist jetzt ebenfalls der Zeitpunkt sehr günstig. Sie werden auch jetzt im Frühjahr nach erfolgter Pflanzung noch angehäufelt. Das ist sehr wichtig, denn der Erdmantel dient den jungen Rosen als Verdunstungsschutz. Die durch das Verpflanzen beschädigten Wurzeln sind sonst nicht in der Lage, die Triebe ausreichend mit Wasser zu versorgen. Im Frühlingswind an sonnigen Tagen verdunsten die Triebe nämlich sehr viel Feuchtigkeit.

Reinigung: Desinfizieren Sie die Rankhilfen des Vorjahres für Bohnen, Gurken und Tomaten, damit überwinternde Krankheitserreger abgetötet werden.

Steckzwiebeln setzen

Speisezwiebeln sind eines der weltweit wichtigsten Würzgemüse mit einem pikanten, kaum durch ein anderes Gemüse zu ersetzendem Geschmack. Und sie sind äußerst gesund, denn sie enthalten Apfel- und Zitronensäure. Den typischen Geschmack erzeugen aber auch Senföle und organische Schwefelverbindungen.

Im Hausgarten werden in der Regel im Vorjahr gezogene Steckzwiebeln gesetzt, am besten in der Zeit von Mitte März bis Ende April. Sie werden so in die Erde gesteckt, dass ein Drittel noch herausragt, die Erde wird dabei kräftig angedrückt. Bewährt haben sich Abstände von 5 Zentimetern in der Reihe und 20 Zentimetern zwischen den Reihen. Günstig sind humose Lehmböden mit gutem Nährstoffgehalt in voller Sonne.

Leider neigen Steckzwiebeln gelegentlich zum Schossen (Blühen), was sich aber dadurch vermindern lässt, dass die Steckzwiebeln zuvor für etwa zwei Wochen bei 25 bis 28 Grad Celsius getrocknet („gedarrt“) werden, etwa im warmen Heizungskeller oder auf einem Heizkörper. Beim Kauf sollte außerdem auf sehr kleine Setzzwiebeln geachtet werden, denn große schossen und blühen viel eher. Beim Anbau ist eine weite Fruchtfolge von etwa fünf Jahren einzuhalten, sonst drohen u.a. Schäden durch Wurzelälchen (Nematoden).

Die Pflege besteht lediglich aus der Beseitigung von Unkraut und dem Wässern bei anhaltender Trockenheit. Geerntet werden Zwiebeln je nach Sorte von August bis September. Erntereif sind sie, wenn über die Hälfte des Laubes abgestorben ist. Das Niedertreten des Laubes, wie es gelegentlich zur Verfrühung der Reife empfohlen wird, schädigt nur die Zwiebeln und macht sie deutlich weniger lagerfähig. Ernten sollte man an einem trockenen, warmen Tag. Am besten breitet man anschließend die Zwiebeln zum Abtrocknen an einem trockenen und luftigen Ort aus.

Spätestens jetzt sollten Sie Frühkartoffeln vorkeimen. Legen Sie die Knollen dafür auf etwas Sand oder Erde in eine flache Kiste – manche nehmen dafür auch Eierpappen – und stellen Sie diese anschließend an einen hellen und ca. 12 bis 15 °C warmen Platz. Nach etwa sechs Wochen sollten die Knollen genug Triebe haben, sodass sie, sofern die Bodentemperatur über 5 °C liegt, ins Beet gepflanzt werden können.

Können Sie es kaum noch erwarten, den ersten Rhabarber des Jahres zu essen, dann verlagern Sie doch mit einem einfachen Trick den Erntebeginn ein Stück nach vorne. Sie müssen dafür lediglich eine Art „Mini-Gewächshaus“ über der Pflanze konstruieren. Das geht schon mit einer stabilen Drahtkonstruktion und einem Stück durchsichtiger Plastikfolie. Dadurch entsteht eine Temperaturerhöhung um die Pflanze, und das Wachstum wird angekurbelt. Besonders mild wird Rhabarber, wenn Sie ihn unter Lichtabschluss vortreiben, denn dadurch wird die Einlagerung der Oxalsäure reduziert.

Rasenflächen in Gemüsegarten umwandeln

Wenn Sie eine Rasenfläche in einen Gemüsegarten verwandeln wollen, sollten Sie die Rasensoden abstechen, sonst fressen Drahtwürmer an den Gemüsepflanzen. Tipp: Kompostieren Sie die Grassoden auf einem eigenen Haufen und streuen Sie Gesteinsmehl zwischen die einzelnen Schichten.

Für die Planung der Gemüsebeete habe ich hier noch einige hilfreiche Tipps als PDF Datei: Tipps über gute und schlechte Nachbarn.
W.-D. K.